Aus dem Shakespeare’schen Wald direkt in eine streng geführte Nervenheilanstalt? Diesen Spagat wagt derzeit die Theater-AG TheoPlus TheaMaxi unter der Leitung von Regisseur Lukas Engelke. Mit dem Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“ von Ken Kesey macht sich das jugendliche Ensemble auf in die totalitäre Düsternis von Zwangsmedikation, Elektroschocks und verordneter Tatenlosigkeit.

Der rebellische Galgenvogel Randle McMurphy landet in einer psychiatrischen Klinik, weil er eine Geisteskrankheit vortäuscht, denn er verspricht sich mehr Annehmlichkeiten vom Leben in der Psychiatrie als im Gefängnis. Von Anfang an erweist sich McMurphy als Störfaktor in der von der herrischen Schwester Ratched mit harter Hand geführten Anstalt. Sein Hinterfragen von Therapiekonzepten, Sanktionen und Lebensbedingungen überfordert das Pflegepersonal und mischt die Patienten tüchtig auf. In seinem Bemühen, den Patienten das Leben leichter zu machen, erzeugt der Freigeist McMurphy eine Rebellion, die in eine Katastrophe mündet.

Die Jugendlichen tauchen tief in eine Welt von Zwangsneurosen, Psychosen, und geistiger Einschränkung ein, die es authentisch und ohne Übertreibung darzustellen gilt. Nur so kann sich das „Kuckucksnest“ als das entfalten, was es ist: beklemmend, ein Aufschrei gegen die Bevormundung von Schwachen und Unterdrückten.

Premiere am 11. Oktober, weitere Vorstellungen am 12., 18. und 19. Oktober, jeweils 20.00, Aula des THG Schopfheim. Empfohlen für Erwachsene und Jugendliche ab Klassenstufe 8.