Der Schüleraustausch mit dem Collège Jules Grévy besteht nun schon seit mehr als 50 Jahren, und nachdem im letzten Jahr die Städte Poligny und Schopfheim ihre 50 jährige Städtepartnerschaft feiern konnten, fanden auch dieses Jahr wieder Schülerbegnungen statt. Vom 3.2. bis zum 9.2.2018 befand sich eine Schülergruppe mit ihren Begleiterinnen in Poligny, und der Rückbesuch der „Polinois“ erfolgte wenig später, vom 17.3. bis zum 24.3.2018.

Warum ein Schüleraustausch?

Abgesehen von der historischen Dimension (Versöhnungsprozess nach dem 2.Weltkrieg, Völkerverständigung) bietet ein Schüleraustausch Möglichkeiten, die ein nur touristischer Besuch eines Gastlandes nicht bieten kann. Die Schüler und Schülerinnen sind bei Gastfamilien untergebracht und haben so die Chance, das normale Alltagsleben einer Familie hautnah mitzuerleben, mit allem was dazu gehört: (fremdes) Essen, Gespräche in einer fremden Sprache, andere Sitten und Gebräuche und die Auseinandersetzung mit ihnen. Gleichzeitig bietet der in der Regel einwöchige Austausch mit Poligny auch einen geschützten Rahmen: man besucht die Schule, trifft dort seine deutschen Freunde wieder und hat somit die Gelegenheit, eventuell auftretende Probleme zu besprechen, sei es mit den Begleitlehrern oder den anderen deutschen Teilnehmern. Es können also Befürchtungen ausgeräumt, Heimweh bekämpft werden.
Außerdem gibt es ein gemeinsames Ausflugs- und Veranstaltungsprogramm. So findet jedes Mal ein warmherziger Empfang im Rathaus und in der Schule statt, die weitere und nähere Region wird erkundet, Spezialitäten der Franche Comté probiert. Dazu gehört zum Beispiel der Comté, der Käse, der in den Kellern unter Poligny reift und zu dem man sich im Museum über die Herstellung informieren kann. Dieses Jahr gab es einen eintägigen Ausflug nach Dijon, inklusive Stadtführung und Besuch eines Einkaufszentrums. Sportliche Aktivitäten kamen auch nicht zu kurz, die Teilnehmer konnten einen Nachmittag lang im Bowlingcenter gegeneinander antreten. Da unser Besuch dieses Jahr in der Fasnachtszeit lag, gab es für unsere Schüler auch die Möglichkeit, an einem Faschingsball der Schule teilzunehmen.
Mit dem Schulbesuch und dem Kontakt mit den Austauschpartnern wird natürlich auch die Sprachfertigkeit trainiert, was auch den Wortschatz anbetrifft, der sonst in der Schule nicht vermittelt wird.
Insgesamt gesehen proftieren die Teilnehmer jedes Mal sehr vom Austausch und so manch einer oder eine findet sogar Freunde im Nachbarland.

(Text und Bild: Astrid Janke)